Blankenfelde, Brandenburg, 2010.
Interdisziplinärer Planungswettbewerb "Rathausneubau Blankenfelde"
Der vorliegende Wettbewerbsbeitrag befasst sich zunächst mit den städtebaulichen Gegebenheiten des Ortes. Ausgangspunkt der Überlegung waren die bestehenden städtebaulichen Missstände zwischen dem Brandenburger Platz mit der Grünen Passage und dem Regionalbahnhof.
Die Ränder des zentralen Raumes des Brandenburger Platzes wurden jedoch schon im Sinne der ursprünglichen Planung vorwiegend in Form von Reihenhäusern dichter und höher ausgebildet, als die umliegenden Siedlungsbereiche. Aus funktionaler Sicht spricht vor allem die unmittelbare Nähe zum stark frequentierten Regionalbahnhof für die Weiterentwicklung des Zentrums. Auch die Einkaufsmöglichkeiten in der Grünen Passage tragen zum Zentrumscharakter des Gebietes bei.
Das neue Rathausgebäude hat als städtebaulicher Sonderbaustein aufgrund seiner Größe und seiner öffentlichen Funktion das Potential, Stadträume auszubilden, zu beleben und zu bespielen. Es bildet nun mit seiner Hauptfassade den nördlichen Abschluss des Brandenburger Platzes. Dieses Band definiert und differenziert die unterschiedlichen öffentlichen Bereiche. Der Verlauf der Mauer nördlich des neuen Rathauses entlang der Karl-Marx-Straße ermöglicht die Ausbildung eines Bürgergartens, der entweder durch das Rathaus oder über den bestehenden rückwärtigen Weg erschlossen werden kann. Das Band leitet, lenkt und verbindet unterschiedliche funktionale Bereiche des Rathauses. So wird der, durch den Rathausneubau entstehende Stellplatzbedarf von einer, von dem Band umschlossenen Stellplatzanlage gedeckt.
Das neue Rathaus erzeugt eine klare Präsenz und demonstriert Offenheit. Durch die Ablesbarkeit seiner Hauptfunktionen werden die Bürger am Geschehen im Inneren beteiligt, das großzügig verglaste Erdgeschoss lädt zum Eintreten ein. Selbstbewusst setzt sich das Rathaus von der vorherrschenden Bauform des Reihenhauses mit Satteldach ab und markiert auch über seine Gesamtkubatur die städtische Mitte, es ist als Initial und Gegenspieler konzipiert.
