Cottbus, seit 2009
Bebauungsplan ‘Bautzener Straße (eh. JVA)‘ der Stadt Cottbus
Das Gelände der ehemaligen Justizvollzugsanstalt (JVA) ist aufgrund seiner Entstehung und speziellen Nutzung nie in das umliegende Stadtgefüge eingepasst oder entsprechend berücksichtigt worden. Seit der Entstehungszeit um 1860 bis in die 1970er Jahre ist die Gefängnisanlage kontinuierlich erweitert worden. Das Gebiet stellt sich bis heute, nach der Nutzungsaufgabe 2002, als Fremdkörper am Standort dar. Die Gründe dafür sind vor allem auf die umlaufende, abschottende Mauer und die verdrehte Lage im Stadtgrundriß zurückzuführen.
Das Innere des JVA-Geländes bleibt in seiner Struktur erhalten und soll gemäß den Vorstellungen des Menschenrechtsvereins genutzt werden. Dabei soll ein Museum sowie eine Gedenk- und Bildungsstätte am authentischen Ort entstehen, um die Geschichte der Haftanstalt zwischen den Jahren 1939 und 1945 sowie 1945 und 1989 aufzuarbeiten und zu dokumentieren.
Die, den JVA-Kern umschließenden Flächen sollen vorwiegend wohnwirtschaftlich entwickelt werden. Die nordwestlich an der Gartenstraße befindliche Fläche soll analog der umgebenenden Bebauung und aufgrund der Nähe zum Stadtring als Mischgebiet entwickelt werden. Einer sensiblen Nutzung (Wohnen) der Altlastenfläche im Norden wird durch Ausweisung einer Grünfläche entgegen gewirkt.
Abgeleitet aus der städtebaulichen Konzeption werden folgende städtebauliche Ansätze als vorrangige Ziele formuliert:
• angemessene Berücksichtigung der Geschichte des Ortes und Einrichtung einer Gedenk- und Bildungstätte
• Einbindung des Quartiers in seine Umgebung und Beseitigung der bisherigen Insellage
• Schaffung von Wohnbaugrundstücken
• Erhaltung schützenswerter Flora und Fauna
Fläche 5.84ha Auftraggeber Stadt Cottbus Status Frühzeitige Bürgerbeteiligung
